Stephan und Yvonne Struve übernahmen 2001 von Stephans Eltern den Familienbetrieb Neu-Wilhelmsthal in Seedorf am Schaalsee. Die Landwirte mit Leib und Seele bauen heute rund um den Schaalsee Feldfrüchte an. Auf den Feldern in der geschwungenen Landschaft gedeihen Roggen, Weizen, Gerste, Raps, Zuckerrüben und Mais. Unterstützt werden Stephan und Yvonne von ihren Mitarbeitern und ihren vier Söhnen. Zur Erntezeit im Sommer kommen ehemalige Auszubildende und Freunde als Erntehelfer dazu. Dann wird Tag und Nacht gemeinsam gearbeitet, um das Korn trocken in die Scheune zu bringen. Das Arbeiten und Leben mit der Natur bereitet allen auf dem Hof große Freude. Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge für die Artenvielfalt, Rückzugsorte für das Wild und Blühstreifen zum Schutz der Insekten liegen der Familie Struve besonders am Herzen.
Mit Blick auf eine nachhaltig gestaltete Zukunft gründeten sie 2021 Schaalseekorn, um ihren Weizen als besonders backstarkes Mehl dort anzubieten, wo er wächst: rund um den Schaalsee. Die Wahl des richtigen Weizens und die optimale Pflege sind die ersten wichtigen Schritte auf dem Weg zu einer guten Backstärke. Daneben verfügt Neu-Wilhelmsthal über moderne Silos mit Getreidetrocknung, die eine Ernte bei feuchterem Wetter ermöglichen. So wird das Risiko einer witterungsbedingten Verzögerung vermieden und eine Ernte auf dem Höhepunkt der Reife sichergestellt, die höchste Backqualität garantiert. Anschließend wird der Weizen in Meyers Windmühle in Bardowick mit purer Windkraft gemahlen. In den Tüten landet keine Mischqualität – sondern reines, backstarkes Schaalseekorn.
Das Angebot wird ergänzt durch den Honig der Biologen und Hobbyimker Brigitte Herit und Dirk Becker. Deren Bienenvölker stehen seit 2010 in Groß Zecher am Schaalsee. Die schöne und aus imkerlicher Sicht intakte Natur bietet hier reichlich Nektar für köstlichen Honig.
Das Weizenmehl und der Rapshonig von Schaalseekorn sind erhältlich im Restaurant ‚Zur Kutscherscheune‘ auf Gut Groß Zecher.
Das Land, das Familie Struve bewirtschaftet, ist eine seit vielen Jahrhunderten bestehende Kulturlandschaft. Diese gilt es zu erhalten. Deshalb werden dem Boden über die Jahre nicht mehr Nährstoffe entzogen als zugeführt. Die Artenvielfalt der Schaalseeregion liegt Struves besonders am Herzen. Darum setzt ihr Betrieb auf eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, Blühstreifen für Insekten und Rückzugsmöglichkeiten für Wild und Vögel in Feldgehölzen und Knicks. Mindestens fünf Prozent der Gesamtfläche besteht aus Feldgehölzen, Knicks sowie stillgelegten Ackerflächen und wird aus der intensiven Nutzung herausgenommen. Durch diesen naturbewussten Ackerbau hat Neu-Wilhelmsthal eine hervorragende Grundwasserqualität und viele Insekten, Vögel und Wildtiere.
Die Schaalseeregion, gelegen zwischen Lübeck, Schwerin und Hamburg, bietet eine einzigartige Kultur- und Naturlandschaft, die von 1945–1989 durch die innerdeutsche Grenze in Ost und West geteilt wurde. Die Grenze verlief mitten durch den See und wurde vor allem von der Ostseite stark abgeschirmt. Dies brachte harte Einschnitte für die dort lebenden Menschen mit sich, ermöglichte der Natur aber in besonderer Weise, sich zu entfalten. Seit 1989 darf die gesamte Schaalseeregion wieder zusammenwachsen und ist nur noch durch die Landesgrenze voneinander getrennt. Sie zieht viele Menschen mit ihrem sanften Tourismus an.